Ratgeber

Angebot kalkulieren im Metallbau

Ein Angebot ist nur so gut wie seine Kalkulation. Wer Material, Stunden und Zuschläge sauber trennt, verdient an jedem Auftrag – und erkennt rechtzeitig, welche Aufträge sich nicht lohnen. Diese Anleitung zeigt die sieben Bausteine einer Metallbau-Kalkulation und rechnet ein vollständiges Beispiel durch.

1. Materialkosten über das Gewicht

Stahl wird nach Gewicht eingekauft. Die Kalkulation beginnt deshalb mit dem Metergewicht jedes Profils. Es ergibt sich aus der Querschnittsfläche und der Dichte (Stahl: 7,85 kg/dm³). Ein Vierkantrohr 40 × 40 × 3 nach EN 10219 wiegt 3,3 kg/m.

Gewicht = Länge je Stück × Stückzahl × Metergewicht
Materialkosten = Gewicht × (1 + Verschnitt) × Preis je kg

Beispiel: 4 Stäbe à 6 m ergeben 79,3 kg. Mit 8 % Verschnitt kalkulieren Sie 85,6 kg – bei 1,75 €/kg also 149,84 €. Der Verschnitt ist kein Sicherheitszuschlag, sondern echter Materialverbrauch: Sägeschnitte, Reststücke, Fehlschnitte. 5–10 % sind bei Stabmaterial üblich, bei Blechzuschnitten eher 10–20 %. Metergewichte für alle gängigen Profile liefert der Gewichtsrechner.

2. Bleche nach Fläche

Bleche werden über die Fläche berechnet: Ein Quadratmeter Stahlblech wiegt 7,85 kg je Millimeter Dicke. Ein Zuschnitt 250 × 200 mm aus 10-mm-Blech wiegt damit 3,9 kg. Rechnen Sie den Verschnitt großzügig, wenn Teile aus Restplatten nicht verwertbar sind.

3. Normteile und Zukaufteile

Schrauben, Anker, Beschläge, Gitterroststufen oder Glas werden mit Stückpreisen kalkuliert. Kleinteile werden gern vergessen – bei einem Geländer mit 18 Verbundankern macht das schnell 80 € aus. Pflegen Sie diese Teile einmal in den Stammdaten, dann sind sie in Sekunden übernommen.

4. Arbeitszeit mit dem richtigen Stundensatz

Die Arbeitszeit ist im Metallbau fast immer der größte Kostenblock. Entscheidend ist der Stundenverrechnungssatz – nicht der Stundenlohn. Er enthält Lohnnebenkosten, bezahlte Ausfallzeiten (Urlaub, Feiertage, Krankheit), nicht verrechenbare Zeiten und die Gemeinkosten des Betriebs. Bei einem Bruttolohn von 21 € liegt er schnell bei über 60 €. Ermitteln Sie Ihren Satz mit dem Stundensatz-Rechner und trennen Sie Fertigung und Montage – Montagestunden sind wegen Fahrzeiten und Baustellenbedingungen oft teurer.

5. Maschinenstundensätze

Laser, Abkantpresse oder CNC-Fräse verursachen Kosten für Abschreibung, Energie, Wartung und Platz. Diese gehören als Maschinenstundensatz in die Kalkulation – getrennt vom Lohn. Selbst Schweißgerät und Säge mit 10–20 €/h summieren sich bei einer Treppe auf mehrere hundert Euro.

6. Oberfläche: Verzinken und Beschichten

Feuerverzinkung wird in der Regel nach Gewicht abgerechnet, Lackierung und Strahlen oft nach Fläche. Wenn das Gewicht ohnehin aus der Materialkalkulation bekannt ist, ergibt sich die Verzinkung automatisch – ein häufiger Fehler ist, Normteile und Anbauteile dabei zu vergessen.

7. Zuschläge: vom Selbstkostenpreis zum Angebotspreis

Aus Material, Lohn, Maschinen, Oberfläche und sonstigen Kosten (Anfahrt, Kran, Statik) ergeben sich die Selbstkosten. Darauf kommen:

  • Materialaufschlag (typisch 10–20 %) für Beschaffung, Lagerung und Preisrisiko,
  • Wagnis & Gewinn (typisch 10–20 %) – der eigentliche Unternehmerlohn für Risiko und Investitionen,
  • optional ein Rabatt, der bewusst gewährt und sichtbar kalkuliert wird.

Beispiel: Außentreppe aus Stahl, 14 Stufen

Die Vorlage „Stahltreppe gerade, 14 Stufen“ aus ConMetCalc – Wangen aus Rechteckrohr, Gitterroststufen als Zukaufteil, beidseitiger Handlauf, feuerverzinkt, inklusive Montage – ergibt mit Beispielpreisen folgende Kalkulation:

BausteinBetrag netto
Halbzeuge & Profile435,42 €
Bleche24,37 €
Normteile & Zukaufteile63,84 €
Arbeitszeit (55 h)3.496,00 €
Maschinen342,00 €
Oberfläche & Beschichtung195,53 €
Sonstige Kosten841,00 €
Materialaufschlag 10 %52,36 €
Selbstkosten5.450,52 €
Wagnis & Gewinn 15 %817,58 €
Angebotspreis netto6.268,10 €
zzgl. 19 % MwSt.1.190,94 €
Angebotspreis brutto7.459,04 €

Das Gesamtgewicht der Stahlteile beträgt rund 267 kg – das entspricht 23,48 € je kg Fertigteil. Diese Kennzahl eignet sich gut, um Angebote untereinander und mit Erfahrungswerten zu vergleichen.

Die häufigsten Kalkulationsfehler

  1. Stundenlohn statt Stundenverrechnungssatz angesetzt.
  2. Verschnitt vergessen – besonders bei Blechzuschnitten.
  3. Montage pauschal geschätzt statt nach Personen × Stunden.
  4. Kleinteile, Anfahrt, Kran oder Statik nicht berücksichtigt.
  5. Veraltete Materialpreise bei langen Angebotsfristen – ConMetCalc zeigt deshalb die Marktentwicklung seit Ihrem letzten Preisupdate.

Diese Kalkulation selbst ausprobieren? Vorlage „Stahltreppe“ laden, Maße anpassen, PDF-Angebot erzeugen.

Kostenlos kalkulieren